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17. septembre 2026

20% heute, 60% als Ziel: Was ein ZEV im Betrieb wirklich leistet

Eine Photovoltaikanlage produziert Strom. Eine Wärmepumpe ersetzt die Ölheizung. Ein Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) bündelt beides. Doch was bringt das konkret — im laufenden Betrieb, nach der Installation? Die Wohnüberbauung am Mösliweg in Köniz liefert Antworten. Echte Zahlen, reale Daten, erste Erkenntnisse.

Das Projekt

Drei sanierte Mehrfamilienhäuser, 73 Wohneinheiten, Previs Vorsorge als Investorin. Nach einer Totalsanierung (2022–2024) wurde die Liegenschaft mit Erdsondenwärmepumpen, einer PV-Anlage (159 kWp), drei Ladestationen für Elektrofahrzeuge und einem vollständigen Messsystem ausgestattet. Smart Energy Link übernimmt Betrieb und Abrechnung.

Was die Daten heute zeigen

Im laufenden Betrieb deckt die Solaranlage rund 20 Prozent des Gesamtstromverbrauchs. Das klingt nach wenig — ist es aber nicht. Neue Anlagen laufen selten sofort auf Zielwert. Moduloptimierer, Einschaltbefehle bei Solarüberschuss und das Zusammenspiel mit der Wärmepumpe müssen aufeinander abgestimmt werden. Das braucht Daten und Zeit.

Das Ziel: 60 Prozent Eigenverbrauchsgrad, 30 Prozent Autarkiegrad bei einer Jahresproduktion von rund 160.000 kWh.

Wärme: Wo die grössten Einsparungen entstehen

Der Wechsel von der Ölheizung zur Erdsondenwärmepumpe wirkt auf zwei Ebenen. Die verbesserte Gebäudehülle reduziert den Wärmebedarf um 77.103 kWh pro Jahr. Der Energieverbrauch der Wärmepumpe selbst sinkt um 22.982 kWh pro Jahr. Zusammen ergibt das eine Kostenersparnis von knapp 7.000 Franken jährlich — allein durch den Heizungswechsel.

Was der ZEV für Bewohnende und Investoren bedeutet

Solarstrom aus der eigenen Anlage kostet rund 20 Prozent weniger als das Standardprodukt des lokalen Elektrizitätswerks. Dazu kommen Grosskundentarife und reduzierte Grundkosten. Auf Investorenseite bringt der ZEV höhere Eigenverbrauchsquoten, stabilere Erlöse und eine transparente, portalbasierte Abrechnung.

Wirtschaftlichkeit: Realistische Erwartungen

Rendite rund 3 Prozent. Amortisationsdauer etwa 17 Jahre. Das sind keine Traumzahlen — aber solide, langfristig kalkulierbare Grössen für ein Liegenschaftsportfolio mit Nachhaltigkeitsstrategie. Der Kostenanteil der Indach-PV an der Gebäudehülle beträgt rund 30 Prozent — und ist damit Teil der ohnehin notwendigen Sanierung.

Was Köniz zeigt

Nicht jede Liegenschaft hat denselben Ausgangspunkt. Aber das Prinzip gilt überall: Betriebsdaten sind die Grundlage jeder Optimierung. Ohne Messung kein Feedback. Ohne Feedback keine Verbesserung. Die 65 Stromzähler und 289 Wärme- und Wasserzähler in Köniz sind kein Overkill — sie sind die Voraussetzung dafür, dass die gesteckten Ziele auch wirklich erreicht werden.

Smart Energy Link begleitet Projekte nicht nur bei der Inbetriebnahme, sondern dauerhaft: Überwachung, Abrechnung und laufende Optimierung.

👉 Zum Referenzprojekt Mösliweg, Köniz

 


Fermer