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Energielösung im Praxischeck: Wohnüberbauung in Köniz im Betrieb

«Die modernisierten Gebäude der Wohnüberbauung in Köniz sind mit Erdsondenwärmepumpen, Solarmodulen und einer ZEV-Lösung von SEL ausgestattet und so nachhaltig, wirtschaftlich und effizient.»

Die Previs Vorsorge und Smart Energy Link AG (SEL) planten eine nachhaltige Energielösung für eine Wohnüberbauung in Köniz. Jetzt wird analysiert.

Die Photovoltaik-Anlage am Mösliweg im bernischen Köniz ist eine Kombination aus Indach und Aufdach (Lukarnendächer) und beinhaltet pro Gebäude 266 Module, welche eine Nennleistung von insgesamt 159 Kilowatt-Peak liefern.

Die unterschiedlichen Dachausrichtungen – unter anderem durch die Lukarnen – stellten bei der Photovoltaik-Planung eine besondere Herausforderung dar. Um dennoch eine optimale Energieausbeute zu erzielen, entschied sich die Bauherrin, Previs Vorsorge, für ein System mit sogenannten Moduloptimierern. Die Leistung der einzelnen Module wird unabhängig voneinander gesteuert. Weiter sind am Mösliweg drei Ladestationen für Elektrofahrzeuge in Betrieb. Bis jetzt werden rund 20 Prozent des Gesamtstromverbrauchs von der Photovoltaik-Anlage geliefert, Tendenz steigend.

Energieeffizienzanalyse als Schlüssel zur Betriebsoptimierung

Anhand des Projekts am Mösliweg kann die zentrale Rolle der Energieeffizienzanalyse in der Betriebsphase aufgezeigt werden. Nur durch die systematische Auswertung realer Verbrauchs- und Erzeugungsdaten lässt sich beurteilen, ob ein Energiekonzept die geplanten Effizienzwerte tatsächlich erreicht.

Die ersten Betriebsjahre entscheiden

Gerade in den ersten drei Betriebsjahren liefert das Monitoring wichtige Erkenntnisse über den Anlagenbetrieb – etwa zu Optimierungspotenzialen bei Steuerung, Lastmanagement und Energieflüssen. Nach Abschluss der Totalsanierung (2022–2024) befindet sich die Anlage aktuell in der Analysephase. Nach den geplanten Nachjustierungen und dem Ausbau der Ladeinfrastruktur werden eine Jahresproduktion von rund 160 000 Kilowattstunden, ein Eigenverbrauchsgrad von 60 Prozent und ein Autarkiegrad von etwa 30 Prozent erwartet.

Für ein Projekt dieser Grösse würde man üblicherweise ein wesentlich umfangreicheres Serversystem planen. SEL implementierte ein schlankes Serverkonzept, das nur vier Server benötigt, ohne dass Funktionalität oder Abrechnungskomfort eingeschränkt werden. Dies wurde möglich durch klare Verkabelungsvorgaben und strukturierte Systemarchitektur.

Solarstrom optimal nutzen mit einem ZEV

Für die Nutzung des Solarstroms empfahl SEL einen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) über das gesamte Areal – inklusive Wärmezentrale und Einstellhalle. Dieser Entscheid schafft sowohl für die Bewohnenden als auch für die Previs als Investorin eine klar vorteilhafte Situation. Die Bewohnenden profitieren mehrfach: Solarstrom ist rund 20 Prozent günstiger als das Standard-Stromprodukt des lokalen Elektrizitätswerks (EW). Zudem tritt der Mösliweg dank der ZEV-Regelung als gemeinsame Verbrauchseinheit am Markt auf – nicht als mehrere kleine Einzelparteien. Dadurch erhalten die Teilnehmenden beim zusätzlich benötigten Netzstrom Zugang zum attraktiveren Grosskundentarif. Hinzu kommt: Die Abrechnung über SEL verursacht tiefere Grundkosten, als sie beim EW-Tarif anfallen würden.

Attraktive Perspektive für Investoren

Auch aus Investorensicht überzeugt das Modell: Bei voller Leistung der Photovoltaik-Anlage lässt sich am Mösliweg mit einer Rendite von rund drei Prozent und einer Amortisationsdauer von etwa 17 Jahren rechnen. Die Berechnung gestaltet sich bei Indach-Anlagen allerdings komplexer, da rund 30 Prozent der Kosten der Gebäudehülle anteilig in die Investition einfliessen. Zudem kann sich die Rendite im Betrieb positiv entwickeln: Steigende Strompreise erhöhen den Wert des selbst verbrauchten Solarstroms, und ein wachsender Anteil an Elektromobilität verbessert durch höheren Eigenverbrauch die Wirtschaftlichkeit weiter. Umgekehrt wirken sich sinkende Rückliefertarife für eingespeisten Strom leicht dämpfend auf die Rendite aus.

Energiewende wird gestärkt

Die Previs setzt auf zukunftsfähige Wärmeversorgung und stärkt die Energiewende. Aufgrund der durchgeführten GEAK-Analyse sowie der Projektplanung wurde entschieden, die bestehende Öl-heizung durch eine Erdsondenwärmepumpe zu ersetzen. Die Einsparungen an Wärmeenergie durch die Erneuerung der Gebäudehülle betragen pro Jahr 77103 Kilowattstunden. Dies entspricht bei einer Ölheizung 7710 Litern Heizöl oder 7710 Franken. Bei einer Wärmepumpe entspricht dies einer Energieverbrauchssenkung von jährlich 22982 Kilowattstunden, was 5629 Franken entspricht. Durch den Wechsel von Ölheizung auf Wärmepumpen werden zusätzlich drei Rappen pro Kilowattstunde beziehungsweise 6 978 Franken pro Jahr eingespart.

Eingesetzte SEL-Module

  • Messung und Verrechnung: 65 Elektrozähler; 289 Wärme-/Wasserzähler. Abrechnung des Strom-, Wasser- und Wärmeverbrauchs über das SEL-Kundenportal.

    Optimierung Wärmeerzeugung: Die Wärmepumpen und die Elektroeinsätze in den Warmwasserspeichern erhalten von SEL Einschaltbefehle bei Solarüberschuss.

    Photovoltaik: Die Produktion der PV-Anlage wird im SEL-Kundenportal visualisiert und ist für die Mieter:innen jederzeit einsehbar.

    Elektromobilität: Lastmanagement

    Gebäude Überwachung: Lüftungen Wohnung und Keller, Kondenswasserpumpen, Alarm Wärmepumpen

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«Die modernisierten Gebäude der Wohnüberbauung in Köniz sind mit Erdsondenwärmepumpen, Solarmodulen und einer ZEV-Lösung von SEL ausgestattet und so nachhaltig, wirtschaftlich und effizient.»

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