Gummenweg Boll – Strategische Energieberatung als Schlüssel zur langfristigen Renditeoptimierung
Sinkende Rückliefertarife stellten die Wirtschaftlichkeit der grossen Photovoltaikanlagen am Gummenweg in Boll zunehmend infrage. Anstatt vorschnell in neue Technik zu investieren, entschied sich die Eigentümerin, die Previs Vorsorge , im Rahmen ihrer Rahmenvertragspartnerschaft mit Smart Energy Link (SEL) für eine mehrjährige Energie-Strategie- und Entscheidungsbegleitung. Ziel war es, Investitionsentscheide nicht einmalig, sondern kontinuierlich auf Basis aktueller Markt-, Kosten- und Regulierungsbedingungen zu treffen – und so im richtigen Moment die wirtschaftlich sinnvollste Energielösung umzusetzen.
Ausgangslage: Wirtschaftliche Unsicherheit trotz grosser PV-Investition
Zum Zeitpunkt der Planung der Photovoltaikanlagen waren die Rückliefertarife für eingespeisten Solarstrom attraktiv. Die Anlagen wurden entsprechend auf Volleinspeisung ausgelegt, ohne Eigenverbrauchslösung. Unter diesen Rahmenbedingungen war der wirtschaftliche Betrieb auch ohne zusätzliche Investitionen gesichert.
Mit dem schrittweisen Rückgang der Rückvergütungen veränderte sich diese Ausgangslage jedoch grundlegend. Die Previs Vorsorge sah sich mit der Frage konfrontiert, wie die Rendite der bestehenden Anlagen langfristig gesichert und an neue Markt- und Regulierungsbedingungen angepasst werden kann – ohne vorschnelle oder riskante Investitionen zu tätigen.
Beratungsansatz von SEL: Kontinuität statt Schnellentscheide
SEL wurde frühzeitig als strategischer Berater beigezogen. Ziel der Zusammenarbeit war es nicht, möglichst rasch eine technische Lösung umzusetzen, sondern der Eigentümerin über mehrere Jahre hinweg eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu liefern.
„Für uns war entscheidend, nicht vorschnell zu investieren, sondern die Entwicklung von Markt, Regulierung und Technologie fundiert begleiten zu lassen. Die kontinuierliche Beratung durch Smart Energy Link hat uns über mehrere Jahre hinweg eine verlässliche Entscheidungsgrundlage geliefert – und ermöglicht, im richtigen Moment die wirtschaftlich sinnvollste Lösung umzusetzen.“
- Manuel Dubler, Projekte & Prozesse Asset Management Immobilien, Previs Vorsorge
Die Beratungsleistung von SEL umfasste dabei die laufende Analyse der Rückliefertarife, die Bewertung regulatorischer Entwicklungen rund um ZEV und virtuelle ZEV, fundierte Wirtschaftlichkeitsrechnungen sowie eine transparente Darstellung der jeweiligen Handlungsoptionen.
Drei Beratungsphasen – eine stringente Strategie
Im Rahmen der langfristigen Beratung wurden drei aufeinander aufbauende Studien erarbeitet, jeweils angepasst an die aktuellen Marktbedingungen.
In einer ersten Studie im Jahr 2022 analysierte SEL verschiedene Varianten eines klassischen Zusammenschlusses zum Eigenverbrauch (ZEV) . Die Berechnungen zeigten, dass ein ZEV zwar technisch umsetzbar, wirtschaftlich jedoch nur knapp rentabel gewesen wäre. Auf Empfehlung von SEL entschied sich die Previs Vorsorge bewusst gegen eine sofortige Umsetzung und dafür, die weitere Marktentwicklung abzuwarten.
Mit der Öffnung des regulatorischen Rahmens für virtuelle ZEVs wurde die Situation im Jahr 2025 neu bewertet. Die zweite Studie zeigte deutlich, dass ein virtueller ZEV das beste Verhältnis zwischen Investitionskosten und Rendite bietet. Als strategisch sinnvollste Lösung empfahl SEL die Umsetzung von zwei separaten vZEVs, aufgeteilt auf die Gebäudegruppen Gummenweg und Kernstrasse. Die Inbetriebnahme ist für den Sommer 2026 geplant.
Parallel dazu wurde in einer dritten Studie ebenfalls 2025 der Einsatz von Batteriespeichern geprüft, um den Eigenverbrauch weiter zu steigern. Die Analyse ergab, dass Batteriespeicher unter den aktuellen Kosten- und Ertragsannahmen nur knapp rentabel wären und sich nicht innerhalb der Garantiedauer amortisieren würden. Entsprechend empfahl SEL, vorerst auf eine Investition zu verzichten und die technologische Entwicklung weiter zu beobachten.
Mehrwert der Beratung
Der mehrjährige Beratungsprozess führte zu einer Energielösung, die sich konsequent an den jeweils aktuellen Markt- und Regulierungsbedingungen orientiert.
Die Previs Vorsorge konnte Investitionsentscheide datenbasiert, risikobewusst und mit langfristiger Perspektive treffen. Gleichzeitig wird mit der Umsetzung des virtuellen ZEV die Wirtschaftlichkeit der bestehenden PV-Anlagen deutlich verbessert. Auch die Bewohnenden profitieren künftig von lokal produziertem Solarstrom zu attraktiven Konditionen.
Das Projekt am Gummenweg in Boll zeigt exemplarisch, wie strategische Energieberatung , regulatorisches Know-how und ein langfristiger Blick zu nachhaltigen und wirtschaftlich tragfähigen Lösungen führen.
Denn: Gute Energieentscheide entstehen nicht durch Aktionismus, sondern durch fundierte Beratung, Marktkenntnis und den richtigen Zeitpunkt.
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