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24. février 2026

Energiewelt von morgen – Perspektiven aus der Praxis: #1 Jürg Grossen, VRP SEL

Die Energiewelt verändert sich rasant. Netto-Null-Ziele, Versorgungssicherheit und dezentrale Konzepte stellen Investoren und Entwickler vor neue strategische Fragen. In unserer Thought-Leadership-Serie teilen Schlüsselpersonen von Smart Energy Link (SEL) ihre Perspektiven auf Chancen und Herausforderungen der Energiemärkte. Den Auftakt macht Jürg Grossen, VRP von SEL.

1) „Die Schweiz will Netto-Null, Versorgungssicherheit und stabile Strompreise gleichzeitig. Wo geraten diese Ziele aus deiner Sicht heute am stärksten in Konflikt?“

 Jürg: Wenn wir diese Ziele konsequent und intelligent verfolgen, dann können maximale Synergien genutzt werden und es entsteht keinerlei Konflikt. Denn mit Netto-Null wird die Energieversorgung von heute vorwiegend fossiler Energie auf Elektrizität umgestellt, was die Versorgungssicherheit und erhöht und die Auslandabhängigkeit stark reduziert. Zudem ist Strom kostengünstiger als fossile Energien, was dazu führt, dass wir mit Elektroautos preiswerter fahren und mit Wärmepumpen günstiger heizen können als heute mit Diesel, Benzin, Öl und Gas. Die Strompreise werden dank PV und einem Stromabkommen mit der EU stabil bleiben oder gar sinken.

 

2) „Rückliefertarife sinken, Einspeisebeschränkungen nehmen zu, regulatorische Vorgaben ändern sich laufend. Was braucht es aus politischer Sicht, damit Investoren weiterhin Vertrauen in Solar- und Eigenverbrauchsprojekte haben?“

Jürg: Mit Energiemanagementsystemen (EMS), ZEV, vZEV, LEG und Batterien und damit den Lösungen von SEL wird aus einfachem Solarstrom "Flexstrom". Flexstrom ist dank intelligenter Steuerung und Speicherung die beste verfügbare Stromquelle der Zukunft. Die politischen Rahmenbedingungen für diese Systeme sind gesetzt und müssen noch punktuell verbessert werden. Zum Beispiel durch dynamische Strompreise, ein Recht auf Laden für Elektroautos in Mehrparteiengebäuden und am Arbeitsplatz, höhere Rabatte für LEG und netzübergreifende LEGs.

 

3) „Welche energiepolitische Entscheidung der nächsten fünf Jahre wird rückblickend am stärksten beeinflussen, ob dezentrale Energie in der Schweiz ein Erfolgsmodell bleibt?“

Jürg: Das vom Volk deutlich angenommene Stromgesetz wird aus meiner Sicht rückblickend die wichtigste und einflussreichste Weichenstellung sein. Denn dort wurden die ambitionierten Ausbauziele für Erneuerbare Energien gesetzt und die notwendigen und optimalen Rahmenbedingungen für die dezentrale Stromversorgung festgelegt.

Herzlichen Dank, Jürg! 

 

👉 Gespannt auf die Fortsetzung? Nächste Woche teilt Tobias Stahel, CEO von SEL, seine Perspektive auf die Energiewelt von morgen mit uns. 

 


Fermer